Watt willste Meer?!
Gegen 18.30 Uhr also startete die bereits angekündigte Wattwanderung - pardon, -exkursion am Wattenmeer (logisch ;-) bei Formerum. MIT passenden Schuhen für uns alle 5. Super!! Und wie sich im Laufe der Exkursion herausstellte ein ziemlich heißer Tipp sich um passendes Schuhwerk zu bemühen, denn es wimmelte nur so von scharfkantigen Muscheln und aggressiven Krebsen. Unser Guide von der Waddenverenigung war zu meiner Überraschung ein Deutscher, der sich uns als Lennart vorstellte. Seit 5 Jahren studiere er nun Biologie in den Niederlanden und seit 3 Jahren führe er Touristen durchs Watt. Wir wurden trotzdem Zeuge einer Premiere, denn es war seine erste Wattwanderung im Regen. Der erste Eindruck, den wir hatten als wir auf unser Wandergebiet blickten: eine weite, weite Fläche MATSCH. Was von hier oben noch recht lustig aussah, stellte sich als gemein tiefsumpfig heraus: die Kinder sanken teilweise bis zu den Knien im Watt ein, verloren ihre Wasserschläppchen und fürchteten sich anfänglich ein Bisschen vor den Krebsen.
Mit Netzen und Eimern bewaffnet war unsere Aufgabe, alles was uns interessant erschien einzusammeln, damit Lennart uns unsere Funde erklären konnte. So fingen wir eine ganze Menge Muscheln, Jakobsmuscheln, Herzmuscheln, Schnecken, sogar Schwämme und zu meiner absoluten Überraschung gibt es hier sogar eine Austernbank. Und deshalb fanden wir auch die tollsten Austernmuschelgebilde, riesige, kleine, welche in denen noch jemand wohnte, leere... Und natürlich Krebse. Richtig große, die mit ihren Scheren Muscheln knacken konnten, winzig kleine Krebschen, die wir in die Hand nehmen konnten, verschiedene Wattwürmer und sogar zu sämtlichen Algen konnten wir noch vieles lernen.
Wir haben viel, viel mehr gesehen und erfahren, als ich mir hätte vorstellen können. Ich dachte, wir wandern eine Stunde durch Schlamm, und gucken uns ein paar Würmer an, aber weit gefehlt. Wir wissen nun, wieviel Leben im Watt zu finden ist, wie man Meeresschnecken dazu bekommt, aus ihren Häuschen zu kriechen (ein paar einsammeln und in der Hand schütteln). Wir haben von Vögeln (Enten) gehört, die mit ihrer Speiseröhrenmuskulatur Muscheln knacken können, nachdem sie bis zu 50 Metern tief getaucht sind. Wir hörten, dass Krebsmännchen an einem Leuchtturm unterm Bauch zu erkennen sind, und Weibchen an einem Bienenkorb (Markierungen) ehrlich wahr!). Wir staunten darüber, wie glitschig sich Seeanemonen anfühlen und am Ende war das ganz große Staunen ein winzig kleiner Seestern.
Eine tolle Sache, so eine Wattwanderung. Mit Sicherheit lags aber nicht nur an dem interessanten Naturareal und den darin lebenden Tieren und Pflanzen, die uns ansonsten verborgen bleiben, sondern auch an demjenigen, der uns mit seiner Begeisterungsfähigkeit für diesen Lebensraum ansteckte: herzlichen Dank für dieses Erlebnis, Lennart!
^ina
